Auch das ist Irland ...

 

(The Reek, Dezember 2017)

Ein paar Tipps für einen Urlaub in Irland. Preise/Flugstrecken Stand 2018. (Hochsaison).

Anreise

Die Anreise mit dem eigenen PKW lohnt sich kaum und kommt höchstens für einen längeren Aufenthalt (4 Wochen und länger) in Frage. Die Fähren sind recht teuer, der Anfahrtsweg ist lang. Fliegen und Mietwagen rechnet sich eher.

Aer Lingus: Stuttgart - Dublin und Frankfurt - Dublin. Etwa € 200 hin und zurück im August bei rechtzeitiger Buchung (Stand Februar 2018). 

Ryanair: Stuttgart - Dublin sowie Hahn - Dublin und Memmingen - Dublin und Memmingen - Shannon. Weniger als € 100 Stuttgart - Dublin und zurück im August 2018 bei frühzeitiger Buchung (Stand Februar 2018).

Manchmal ist auch ein Flug mit Zwischenstopp in London recht günstig; als Anbieter kommen Easyjet oder Flybe in Frage. Wer nach Knock im Westen Irlands fliegen will kann dies beispielsweise mit Easyjet (von Stuttgart nach London Gatwick) und Aer Lingus (von London Gatwick nach Knock) tun. Zurück geht es mit Flybe (von Knock nach Birmingham und von Birmingham nach Stuttgart).

Außerhalb der Hauptsaison sind die Flüge deutlich billiger. Dies gilt auch für Mietwagen und Unterkunft.

Mietwagen

Ein Mietwagen (Kleinwagen) kostet in der Hauptsaison etwa € 600 für zwei und € 900 für drei Wochen (billiger-Mietwagen.de).

Wer lieber mit dem Wohnmobil unterwegs ist: Einen einfachen (!) Kastenwagen gibt es ab € 1000 für 2 Wochen, ein "richtiges" Wohnmobil kostet sehr viel mehr.

Kosten für Unterkunft und Essen

Irland ist eines der teuersten Länder in Euro-Raum. Eine Übernachtung mit Frühstück kostet ab etwa € 60 im B&B und ab etwa € 80 im Hotel. In besonders beliebten Ferienorten ist es deutlich teurer. Am besten mit einer App wie Booking oder Kayak buchen.

(Westport Harbour)

Ferienwohnungen gibt es ab etwa € 300 die Woche zu mieten. In dieser Preisklasse liegen die Objekte im ländlichen Raum. In den attraktiven Ferienorten starten die Preise bei etwa € 600.

Sehr schön kann auch eine Woche auf dem Hausboot sein. Ich empfehle den River Erne/Lough Erne (nicht den Shannon). Man muss mit etwa € 900 für 1 Woche für ein kleines 2-Personen-Boot rechnen. Vor fast 40 Jahren habe ich eine Woche auf dem Erne während eines "Jahrhundertsommers" verbracht. Es war so warm, dass man sich um Mitternacht noch vom Boot fallen lassen und schwimmen konnte :-)

(Derry)

Mittagessen kann man zu halbwegs erträglichen Preisen um € 12, ein Abendessen für 2 kann locker zwischen € 50 und € 100 kosten. Zum Glück gibt es McDonalds auch in Irland ... Wer sich selbst versorgen will: Lidl und Aldi sind in Irland die günstigsten Anbieter.

(Titanic Museum Belfast)

Das Wetter

Von Frühjahr bis Herbst pendeln die Temperaturen meist um die 15 Grad. Im Winter wird es nur gelegentlich richtig kalt, in den Sommermonaten gibt es alle paar Jahre ein paar "richtige" Sommerwochen mit Temperaturen deutlich über 20 Grad. Es regnet häufig, aber keineswegs immer. Die Tage, an denen es nur einmal regnet, sind seltener als viele denken. Wenn im Wetterbericht "sunny spells and scattered showers" angekündigt werden, handelt es sich um einen für Irland nicht untypischen Tag.

Am besten nach dem Zwiebelprinzip anziehen. Eine gute Regenjacke und ein warmer Pullover sowie feste Schuhe sollten unbedingt dabei sein.

Reiseroute

Irland ist geographisch wie eine Schüssel. Die Ränder sind landschaftlich sehr attraktiv, der Boden nicht so sehr. Eine typische Route geht also eher "außenrum". Die Entfernungen sind nicht sehr groß. Quer über die Insel dauert nur wenige Stunden, der Länge nach ein paar Stunden mehr.

Für einen 2-3 wöchigen Irlandurlaub empfehle ich folgende Mischung: 1-2 Wochen "Autowandern", eine Woche stationär in einer Ferienwohnung, auf einem Campingplatz oder auf dem Hausboot.

Übrigens: In Irland kann man inzwischen auch toll wandern. Er gibt viele gut erschlossene/ausgeschilderte Trails von einfach bis sehr schwierig. Mal hier reinschauen: http://www.irishtrails.ie/. Es gibt zahlreiche weitere Seiten im Netz.

Die Hauptstraßen sind gut ausgebaut und man kommt gut voran - außer es ist rush hour. Auf den Hauptstraßen am besten nur fahren, um von A nach B zu kommen. Ansonsten möglichst die kleinen Nebenstraßen nutzen. Ein gutes Navi ist hilfreich. Ich benutze "Here we go" (Android/iOS) im offline-Modus oder Google Maps (lokale Karten vorher herunterladen).

So könnte eine Route aussehen. Ich habe sie in zwei Teile aufgeteilt: Teil 1 deckt den Norden, Teil 2 den Süden ab. Zusammen etwa 1700 km ohne von der Route abzuweichen. Die Auswahl der Ziele/Stationen ist durchaus subjektiv! Die Karte enthält nur die wichtigsten Stationen. Einzelne Sehenswürdigkeiten sind nicht aufgeführt.

https://drive.google.com/open?id=1jIsL2LtZ_gjLUYrpjW1Hj4aF1zLTX416&usp=sharing

https://drive.google.com/open?id=1EpxAl_b_G4taGPqJK2BaCSJ6IvqmvhOl&usp=sharing

Los geht es in Dublin . Da gibt es zwar viel zu sehen, trotzdem sollten ein oder zwei Tage ausreichen. Nächste Station ist Newgrange, ein faszinierendes, über 5000 Jahre altes Monument. In wenigen Stunden erreicht man Belfast , den Giant's Causeway und Derry. Im Gegensatz zur Zeit der "Troubles" sind die Grenzen heute offen und die beiden Städte sind kaum wiederzuerkennen. Eine Hauptattraktion in Belfast ist das Titanic Museum. Wer sich auf die Spuren des Nordirland-Konflikts begeben will, sollte die Peace Line besuchen. Der Giant's Causeway ist sehenswert, doch kann es in der Hauptsaison so voll sein, dass es nicht wirklich Spaß macht.

(Streedagh / bei Sligo)

Über Donegal geht es weiter nach Sligo. Besonders schön sind die Strände nördlich von Sligo. Auf dem Weg nach Westport lohnt sich ein Abstecher nach Achill Island. Lohnenswert sind ein Besuch von Keem Bay (ganz am Ende der Insel) und des verlassenes Dorfs von Slievemore. Achill Island ist nicht mehr das, was es zu Heinrich Bölls Zeiten war. Inzwischen ist es ein Touristenmagnet und durch zu viele Ferienhäuser ziemlich zersiedelt.

(The Reek/Croagh Patrick)

Westport (in der Hauptsaison ziemlich voll und ziemlich teuer) ist eine attraktive Stadt und eignet sich sehr gut als Ausgangspunkt, um den Westen Irlands zu erkunden. Mehr dazu im Abschnitt "Was ich persönlich mag" und auf meinen "Motorrad-Seiten".

(Doo Lough)

Empfehlungen

Ich persönlich bevorzuge den Westen und den Nordwesten.

Für "meine" Gegend (County Mayo) habe ich ein paar Motorradtouren zusammengestellt. Die sind nicht nur mit dem Motorrad, sondern auch mit dem Auto schön ...

http://ulibauer.de/mayobiker.html (auf Englisch) oder
http://ulibauer.de/blog/?p=735 (auf Deutsch)

Es ist keine schlechte Idee, sich am Wild Atlantic Way zu orientieren. Das ist eine der neueren Touristenattraktionen Irlands. Im Prinzip eine Küstenstraße im Westen Irlands, mit einer Nord/Süd bzw. Süd/Nord Hauptroute, von der zahllose Nebenrouten abgehen.

(sehr zu empfehlen)

Auf diese Weise kommen mehrere Tausend Kilometer zusammen. Alles ist sehr gut ausgeschildert. Überhaupt eine clevere Idee: Man gibt ein paar Hunderttausend Euro für Schilder aus, macht eine sehr professionelle Werbekampagne und schon hat man eine neue - und wirklich gute - Touristenattraktion.

Was ich persönlich besonders mag

Den Silver Strand (in der Nähe von Louisburgh), Glassilaun (in der Nähe von Leenaun), Streedagh (nördlich von Sligo; hier wurde der Film Calvary gedreht). Sehr schön sind auch die Strände im Norden von Nordirland (auch interessant für Fans von "Game of Thrones"). Sehr schön ist auch der DooLough zwischen Leenaun und Louisburgh, auf dem ich in der 80er Jahren als erster mit dem Surfbrett unterwegs war.

Westport wurde vor ein paar Jahren von den Lesern der Irish Times zum "Best Place to live in Ireland" gewählt. Nicht nur die Stadt ist interessant, es gibt auch zahlreiche Sehenswürdigkeiten in der Nähe. Dazu zählen der Croagh Patrick, Irlands heiliger Berg, Achill Island, LeenaunConnemara und Cong sowie Clifden, die Sky Road und der Connemara National Park in Letterfrack. Unbedingt einen Besuch wert ist auch The Burren / Burren National Park, südlich von Galway.

(The Burren)

Belfast hat sich in den letzten Jahren sehr gewandelt. Sehr interessant ist das Titanic Museum, wenn auch ein wenig multimedialer Overload für meinen Geschmack. Gleich nebenan ist übrigens das Studio, in dem "Game of Thrones" entsteht. Auch Derry ist im Vergleich zu den Zeiten der "Troubles" kaum wiederzuerkennen und einen Besuch wert.