Remix OS – Mixed feelings

Remix OS ist eine Android-Variante (basierend auf Android 5.1.1) für PCs mit Intel oder AMD Chips. Am 1. März sind Beta-Versionen erschienen, welche man auf einem PC mit OS X, Linux oder Windows ausprobieren kann.

Seit dem 1.März gibt es zwei Beta-Versionen von Remix OS: Eine 64-bit-Version für neuere und eine 32-bit-Version für ältere PCs. Ich habe mir beide auf Windows-Rechnern angeschaut, nicht zuletzt in der Hoffnung, dass die 32-bit-Variante sich dafür eignet, ältere Rechner wieder flott zu bekommen.

USB-Stick erstellen

Die Installationspakete beider Versionen enthalten nicht nur das Abbild von Remix OS, sondern auch ein Tool, um unter Windows einen bootfähigen USB-Stick zu erstellen.

Ich habe beide Versionen heruntergeladen – die 32-bit-Variante gibt es nur als Torrent Download – und entpackt.

Die 64-bit-Version habe ich auf einen USB 3.0-Stick (64 GB) geschrieben, die 32-bit Variante auf einen 16 GB großen USB 2.0-Stick. Im ersten Fall geschah das recht flott, im zweiten Fall dauerte es sehr lange. Einfach geduldig warten und nicht vorzeitig abbrechen!

64-bit-Version

Die Hardwareanforderungen von Remix OS (64-bit) sind recht hoch. Laut Entwicklerseite braucht es eine 64-bit fähige CPU und einen schnellen 3.0 USB-Stick mit mehr als 8 GB. Um Remix OS im „guest mode“ – hier kann nichts gespeichert werden –  auszuprobieren, tut es eventuell auch ein USB 2.0-Stick. Für den „resident mode“ – Änderungen können gespeichert werden – sollte man die Hardwareanforderungen ernst nehmen.

Im „guest mode“ startete Remix OS bei mir recht flott, wenn auch nicht sehr berechenbar. Der erste Start klappte, der zweite unter identischen Bedingungen schlug fehl, beim dritten Mal funktionierte es dann wieder.

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Allerdings wurde der in meinem Akoya-Notebook verbaute WLAN-Chip RTL 8723B nicht erkannt. Ich musste mich mit einem externen Adapter von Edimax behelfen. Bluetooth wurde als funktionierend angezeigt, allerdings wurden keine BT-Geräte gefunden.

Ansonsten ist der „guest mode“ nur dazu geeignet, sich einen ersten Eindruck von Remix OS zu verschaffen. Wegen der schwachen Ausstattung mit Apps – Play Store und alle Google-Apps fehlen – kann man im „guest mode“ außer Surfen „out-of-the-box“ nicht viel machen.

Der Start im „resident mode“ dauerte sehr viel länger. So lange das Remix-Logo auf dem Bildschirm blinkt, ist alles OK – irgendwann kommt dann der Anmeldebildschirm für die Spracheinstellungen und den WLAN-Zugang. Also nicht ungeduldig sein.

Ich musste im BIOS/UEFI die Funktion „Secure Boot“ abschalten, damit Remix OS startete. Der erste Start ging schief, Remix OS hängte sich beim Wi-Fi Setup mit der Meldung „Process system isn’t responding“ auf. Beim zweiten Mal klappte es dann.

Auch im „resident mode“ kann man mit Remix OS wegen fehlender Apps nicht wirklich arbeiten. Es ist jedoch möglich, zusätzliche Apps per Sideloading zu installieren. Wer will, kann alle Google-Apps auf einen Rutsch installieren; das Paket GMSInstaller.apk sorgt dafür. Einen Download-Link gebe ich lieber nicht an, da ich nicht beurteilen kann, welche Quellen seriös sind.

Da ich Remix OS nicht auf meinem aktuellen System einsetzen wollte, sondern auf einem meiner älteren Rechner, habe ich auf die Installation zusätzlicher Apps verzichtet.

32-bit-Version

Die 32-bit-Version habe ich auf einem älteren Lenovo S10 Netbook getestet.

Im „guest mode“ gab es keine Probleme mit Remix OS auf einem 16 GB USB-2.0-Stick, sieht man davon ab, dass das Booten einige Minuten lang dauerte.

Am „resident mode“ bin ich gescheitert. Zwar ist Remix OS gestartet, aber über den Anmeldebildschirm für die Spracheinstellung kam ich nicht hinaus. Tastatur und Maus reagierten nicht und es kam auch hier die Fehlermeldung  „Process system isn’t responding“. Dann ging gar nichts mehr und ich habe enttäuscht aufgegeben.

Remix OS scheint definitiv nichts für ältere Hardware zu sein, was ich persönlich schade finde. Da es sich um eine erste Beta-Version handelt, kann sich das ja noch ändern.

Fazit

Remix OS reagiert sehr prompt, ist übersichtlich und mit Maus und Tastatur überraschend gut zu bedienen. Eigentlich ein schnelles und schlankes System, das nach der Installation von geeigneten Apps vielen Anwendern Android auf dem Desktop schmackhaft machen könnte.

Meine persönlichen Erwartungen an ein Android für den PC wurden durch Remix OS ziemlich enttäuscht. Ich hatte gehofft, Remix als schlankes und trotzdem leistungsfähiges Betriebssystem für ältere Rechner einsetzen zu können. Dafür ist es aber momentan nicht gemacht. Oder ich habe mich zu blöd angestellt …

Interessant ist Remix OS trotzdem, gibt es doch einen Ausblick darauf, was ein entsprechend angepasstes Android als Desktop-Betriebssystem leisten kann.

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