Zweitverwertung: Neue Aufgaben für alte Smartphones

Im Netz findet man zahlreiche Ideen, was man mit einem abgelegten Android- oder iOS-Smartphone machen kann. Sie reichen vom Radiowecker über den WLAN-Hotspot bis zum Navi. Ich habe mir zwei Nutzungsszenarien herausgesucht: Ein altes Nokia-Smartphone als Musikquelle für Bluetotoh-Lautsprecher und die Stereoanlage und mein erstes, sehr bescheidenes Android-Smartphone als Medienserver im Zusammenspiel mit dem Raspberry Pi/XBMC.

Nokia Smartphone als Zuspieler für Bluetooth-Lautsprecher und die Stereoanlage

Musik spiele ich meist über mehrere in der Wohnung verteilte Bluetooth-Lautsprecher ab.  Ich habe einen preiswerten BT-Lautsprecher im Arbeitszimmer und eine BT-fähige Soundbar am Fernseher. Die alte Stereoanlage habe ich über einen preiswerten Adapter BT-fähig gemacht. Das ganze ist recht flexibel, erfüllt aber keine audiophile Ansprüche. Der große Vorteil besteht darin, dass ich die Lautsprecher von jedem BT-fähigen Gerät aus ansprechen kann – und das sind heute praktische alle Geräte (Smartphone, Tablet, PC, Mediencenter usw.). Meist benutze ich ein altes Smartphone als Abspieler.

nokia_screen btadapter

Warum das alte Nokia 5230 mit Symbian und nicht das aktuelle Android Handy? Die Antwort ist ganz einfach: Akkulaufzeit! Ich habe noch zwei ältere Nokia Handys mit Bluetooth in der Kruschtelkiste. Die haben eine noch bessere Akkulaufzeit, kommen aber nicht in Frage, da sie nur MicroSD-Karten mit maximal 1 GB aufnehmen. Für eine halbwegs komplette Musiksammlung ist das zu wenig. Das 5230 ist ein guter Kompromiss: Es nimmt größere MicroSD-Karten auf und läuft recht lange. Außer als Bluetooth-Zuspieler ist es nur noch gelegentlich als Navi  (Nokia Here Karten weltweit!) im Einsatz.

Einzurichten ist bei diesem Szenario nicht viel. Bluetooth auf dem Nokia aktivieren und die beiden Lautsprecher und den Adapter mit dem Smartphone verbinden („pairen“) reicht aus.

Android Smartphone als kleiner Medienserver

Das ist mein erstes Android Smartphone, ein Huawei Ideos 3, das es mal bei Lidl für € 99 gab.

ideos

Ich habe es ungefähr zwei Jahre lang täglich genutzt. Es war nie besonders schick oder besonders schnell, hat aber seinen Zweck trotzdem gut erfüllt. Warum ich es letztlich zur Seite legte und mir vor kurzem ein Moto G schenken ließ, lag an dem mangelnden internen Speicher und dem doch arg kleinen Bildschirm. Installierte ich zu viele Apps, meldete das Huawei „knapper Speicher“ und stellte eine seiner wichtigsten Aufgaben – die Synchronisation des Google-Kalenders – ein. Und das Tippen auf dem weniger als 3 “ großen Bildschirm war nie ein Vergnügen.

Um es einfach in die Kruschtelkiste zu legen, war mir das Huawei dann aber doch zu schade. Schließlich handelt es sich um einen recht leistungsfähigen kleinen Computer.

Inzwischen nutze ich das Huawei als tragbaren Medienserver in Verbindung mit dem Raspberry Pi/XBMC. Als UPnP-Server habe ich BubbleUPnP auf dem Huawei installiert. Wie das Zusammenspiel zwischen Pi/XBMC und Smartphone funktioniert, habe ich in diesem Beitrag beschrieben.

ideos_bubble

Letztlich erweitere ich mit dem Huawei lediglich den Speicher des Pi. Das Smartphone taucht dort als zusätzlicher UPnP-Server auf, auf dessen lokale Ressourcen (Speicherkarte) ich zugreifen kann. Das funktioniert nicht nur mit dem Pi/XBMC, sondern mit jedem UPnP-Client.

Grundsätzlich ist es wohl auch möglich, gleich XBMC auf einem Android-Smartphone zu installieren. Ich habe es nicht ausprobiert, da ich befürchte, dass das Huawei Ideos dafür etwas untermotorisiert ist.

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