Raspberry Pi mit Raspbmc einrichten

Ungefähr ein Jahr konnte ich widerstehen – dann gab dieser Artikel den Ausschlag. Nach der Lektüre bestellte ich mir (bei Amazon) spontan den Raspberry PI.

Das ist ein paar Tage später angekommen:

rasp

  • ein Netzteil,
  • eine 16 GB SD-Card
  • ein (kompatibler) WLAN-Stick (von Edimax)
  • eine durchsichtiges Gehäuse,
  • der Raspberry PI in Version B (mit 512 MB RAM)

Etwas später kamen noch ein HDMI-Kabel und ein kleiner USB-Hub dazu. Vergessen habe ich einen HDMI-DVI Adapter, um den Raspberry auch an meinem Computermonitor anschließen zu können.

Alles in allem hat mich der Spass etwa € 100 gekostet.

Installation

Die Installation des Raspberry verläuft in drei Schritten:

  1. Installationsdateien herunterladen.
  2. Die Dateien auf die SD Card schreiben.
  3. Die SD Card in den Raspberry einlegen und warten, bis die Installation über das Netz durchgelaufen ist.

Dieses Verfahren stellt sicher, dass man ein (tages)aktuelles Raspbmc auf die SD Card bekommt. Wer will, kann auch ein fertiges Image herunterladen und auf die SD Card übertragen.

Von Anfang war klar, dass ich den Raspberry als kleine Medienzentrale (hauptsächlich für Videos) betreiben wollte. Ich wählte deshalb Raspbmc als Betriebssystem. Das ist die für den Raspberry angepasste Variante des Medienplayers XBMC. Will ich den PI mal zum Arbeiten verwenden, kommt einfach eine SD Card mit einem anderen Betriebssystem rein.

Gestartet habe ich die Einrichtung des Raspberry auf meinem Mac. Auf diesen Seiten fand ich eine Anleitung (eine Beschreibung für Windows gibt es da auch).

Das Herunterladen der Installationsdatei war mit ein paar Terminal-Befehlen schnell erledigt:

curl -O http://svn.stmlabs.com/svn/raspbmc/testing/installers/python/install.py
chmod +x install.py

Als nächstes habe ich die SD Card eingelegt (noch in den Mac!) und die Einrichtung mit

sudo python install.py

gestartet. Es folgt eine Abfrage, auf welche Disk geschrieben werden soll. Hier ist die SD Card auszuwählen. Unter „Advanced“ kann man auch vorab gleich das WLAN und die Zugangsdaten eintragen. Jetzt werden die nötigen Dateien auf die SD Card geschrieben. Das dauert nicht lange, da es sich nur um Installationsdateien handelt.

Dann die SD Card in den Raspberry einlegen, ihn per Kabel und WLAN-Adapter mit dem Netz verbinden und dann das Netzteil anstecken. Das Ding fing an zu blinken – ein gutes Zeichen. Noch hatte ich weder Monitor noch Tastatur am Raspberry. Ich ging davon aus, dass schon alles seine Ordnung hat. Und so war es auch. Ich ließ den Raspberry einfach an, bis ich nach ein paar Stunden ins Bett ging. In dieser Zeit war die Installation von Raspbmc komplett durchgelaufen.

Einrichtung

Als ich den Rasperry an nächsten Morgen per HDMI mit dem Fernseher verband, wurde ich mit diesem Bildschirm begrüßt:

raspbmc_1

Alles bestens – die Installation hat geklappt. Um Raspbmc einzurichten, schloss ich eine Funktastatur und Funkmaus an. Der Raspberry hing irgendwo neben dem Fernseher und hat das nicht übel genommen … Ich bin gespannt, wie lange er da noch genau so hängt.

hardware

Oben sieht man das Netzwerkkabel und den Funkstick für Tastatur und Maus; hier ist auch der WLAN-Adapter untergebracht. Unten sieht man die SD Card und das Kabel des Netzteils. In der Mitte ist das HDMI-Kabel.

Als nächstes machte ich mich daran, mit Hilfe von Tastatur und Maus die Video-Zugänge einzurichten. Die Auswahl ist recht groß – es werden über 200 Dienste angeboten – und von gemischtem Nutzen.

videodienste

Einige Dienste liefern Videos in HD-Qualität. Der Raspberry hat keine Probleme damit, sie korrekt anzuzeigen.

Den Rest habe ich nicht eingerichtet. Musik höre ich auf andere Weise; interessant ist eventuell die Darstellung von Fotos auf dem großen TV-Bildschirm.

Fernbedienung

Zwar ist es durchaus möglich, Raspbmc „vom Sofa aus“ mittels Funktastatur und Funkmaus zu bedienen (noch besser wäre eine kleine Multimediatastatur mit Touchpad), doch will ich das Zeugs nicht im Wohnzimmer haben. Die Bedienung meiner Wahl ist die App XBMC Commander free für das iPad. Die Verbindung zum Raspbmc-Server ist schnell hergestellt.

Auf dem Raspberry zu „System“ –> „System Info“ gehen und die IP-Adresse notieren.  Dann zu „Settings“ –> Network“ –> Services“ gehen und sich vergewissern, dass „Allow control of XBMC via HTTP“ und „allow programs on other systems to control XBMC“ ausgewählt ist. Zum Schluss noch den Port – bei mir war „80“ voreingestellt – notieren und evtl. einen Benutzernamen und ein Passwort eintragen.

In der XBMC Commander App eine neue Verbindung anlegen und IP-Adresse sowie Port eintragen. Jetzt sollte die Verbindung stehen.

xbmc commander

Die Bedienung ist ist etwas gewöhnungsbedürftig, funktioniert im Prinzip aber gut. Die App gibt es auch für Android. Alternativ komt auch Yatse in Frage, das es allerdings ausschließlich für Android gibt.

Soweit erst Mal die Installation und Einrichtung. Ein Erfahrungsbericht folgt in ein paar Tagen.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten auf Raspberry Pi mit Raspbmc einrichten

  1. Pingback: Erste Erfahrungen mit Raspberry Pi und Raspbmc | Computer und der ganze Rest …

  2. helge sagt:

    Hallo Uli, deine Anleitung hat super funktioniert.
    Ein Bekannter war so begeistert von der Idee, dass ich ihm eins aufsetzen wollte. aber beim zweiten mal hat er die install.py nicht mehr geladen.
    fehler: no such file or directory. hab vielleicht dummerweise die daten nach der erstinstallation gelöscht. was ist falsch gelaufen?
    kann ich die sd einfach kopieren?

  3. Pingback: Medienserver Kodi/XBMC revisited | Computer und der ganze Rest …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

14 + 19 =