Trip nach Südostasien

Seit Herbst 2016 lebt und arbeitet meine Tochter in Singapur. Natürlich wollte ich sie besuchen und mich bei dieser Gelegenheit auch ein wenig in Südostasien umsehen. Anfang März 2017 ging es los. Es war mein erstes Mal in Südostasien. Ich habe ein paar allgemeine Informationen und persönliche Eindrücke zusammengestellt.

Die Route

Ich war knapp 4 Wochen unterwegs und besuchte Singapur sowie diverse Ziele in Malaysia und Thailand. Auf dem Hinflug machte ich zwei Tage Pause in Abu Dhabi.

Abu Dhabi

Für Reisende mit Zwischenstop in Abu Dhabi hat Etihad ein spezielles Stopover-Angebot. Wer zwei Nächte bleibt, dem zahlt Etihad eine Nacht im Hotel. Ich habe das Angebot angenommen und verbrachte zwei Nachte im sehr guten Grand Millenium Al Wahda Hotel.

   

Ich habe mir die Stadt angeschaut, war am Strand, habe die Grand Mosque besucht und bin nach Yas Island rausgefahren, allerdings ohne Ferrari World (ist nur ein gewöhnlicher Freizeitpark) oder Yas Waterworld einen Besuch abzustatten. Ach ja – Ikea gibt es da auch.

Alles in allem hat mich Abu Dhabi nicht sehr beeindruckt. Für einen Zwischenstopp aber OK.

Singapur

Malls, Malls, Malls – gefühlt hat Singapur drei oder vier mal so viele riesige Einkaufszentren wie eine deutsche Großstadt Filialen von Aldi und Lidl. Unter touristischen Gesichtspunkten ist das nicht schlecht, kann man doch jederzeit und überall der Hitze der Stadt entfliehen und sich in ein angenehmeres Klima zurückziehen. Und man lernt auch gleich ein typisches Merkmal von Singapur kennen: Überall sind Reinigungskräfte am Werk, die auch noch das kleinste Stäubchen von den Böden der Malls entfernen.

Man kommt praktisch überall preiswert mit öffentlichen Verkehrsmitteln hin. Gleich bei Ankunft eine kontaktlose EZ-Link Card kaufen und aufladen; sie gilt für alle U-Bahnen (MRT) und Busse. Und sollte es mal mit den Öffentlichen nicht klappen oder soll es schneller gehen als mit MRT oder Bus: Taxis in Singapur sind ausgesprochen preiswert. So kostet beispielsweise die Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt weniger als S$ 20.

  

Die ethnische Vielfalt Singapurs ist beeindruckend. Die Stadt ist unglaublich lebendig, das Leben intensiv. Die besondere Mischung aus Regeln, Effizienz und Sauberkeit ist typisch für Singapur. Das öffentliche Leben ist perfekt organisiert, ohne kalt oder abweisend zu wirken.

  

Meine touristische Höhepunkte sind die Gardens by the Bay (sowie die gesamte Waterfront), der Botanische Garten, das MacRitchie Reservoir und das Asian Civilizations Museum. Gardens by the Bay unbedingt abends (bei Dunkelheit) besuchen. Die Super Trees (domes) sind sehr eindrucksvoll. Am ersten Abend bin ich einfach den anderen Besuchern – es waren Tausende – über die Brücke zum Aussichtspunkt auf die Super Trees gefolgt. An einem anderen Abend bin ich nicht auf die Brücke, sondern nach unten zum See und habe ein ganz andere Erfahrung gemacht: Ich hatte zumindest den Uferweg um den See praktisch für mich allein.

Der Botanische Garten ist auf jeden Fall einen Besuch Wert. Man kann ganz entspannt das große Gelände erkunden, inklusive eines Pfads durch den Regenwald und des Orchideen Gartens. Ideal um der hektischen Großstadt für ein paar Stunden zu entfliehen.

  

Ähnlich entspannend ist ein langer Spaziergang im MacRitchie Reservoir. Wer „action“ will, kann Sentosa Island besuchen, letztlich ein großer Vergnügungspark, der auch einen schönen Strand bietet.

Insgesamt habe ich 11 Nächte in Singapur in folgenden Hotels verbracht: Hotel Bencoolen (definitiv nicht empfehlenswert, u.a. weil gerade gebaut wird und es ein uralter Kasten ist), Hotel Boss (empfehlenswert) und Hotel Parc Sovereign Tyrwhitt (empfehlenswert). Was man allgemein über die meisten Hotels in Singapur wissen sollte: Der Standard ist gut, die Zimmer sind allerdings meist recht klein.

  

Malakka

Malakka in Malaysia (auch: Melaka, Malacca) gehört seit 2008 zum UNESCO Weltkulturerbe. Es gibt starke portugiesische, niederländische und britische Einflüsse, die auch heute noch im Stadtbild sichtbar sind.

   

Mit dem Bus kommt man sehr leicht und preiswert von Singapur nach Malakka; die Fahrt dauert etwa 4 Stunden. Allerdings ist die tatsächliche Fahrtzeit stark abhängig davon, wie viel an der Grenze zwischen Singapur und Malaysia los ist. Die Kontrollen können schon mal 60 oder 90 Minuten dauern, am Wochenende auch länger. Hier ist definitiv Geduld und Gelassenheit gefragt.

Malakka ist einen Besuch wert, zwei Tage sind ausreichend. Übernachtet habe ich im empfehlenswerten Hotel Equatorial im Stadtzentrum.

   

Krabi / Ko Lanta

Nach Ko Lanta ging ich auf Empfehlung meiner Tochter, die dort ein paar Tage Urlaub gemacht hatte. Ich flog mit Tigerair von Singapur nach Krabi und nahm von dort aus ein Taxi, das mich direkt zum Sayang Beach Resort brachte (ca. € 70, Ticket am Schalter in der Ankunftshalle des Krabi Airports kaufen).

Das Sayang Beach Resort ist eine Bungalow-Anlage am direkt am „Long Beach“, wo es zahlreiche weitere Resorts und Restaurants in unmittelbarer Nähe gibt. Der Strand ist schön, aber nicht spektakulär, und war im März nicht überlaufen.

  

Ko Lanta ist richtig für ein paar Tage ruhigen Strandurlaub. Wer viel Action will, sollte nach Ko Lipe gehen.

Ko Lipe

Statt von Ko Lanta zurück aufs Festland zu gehen und dort den Bus (oder Zug) Richtung Malaysia zu nehmen, entschloss ich mich für den Seeweg. Von Ko Lanta aus gibt es eine Speedboat Verbindung nach Langkawi; die Reise muss allerdings zwingend für eine Nacht in Ko Lipe unterbrochen werden. Das Speedboat (Tiger Ferries) und das Taxi zum Hafen konnte ich direkt im Sayang Beach Resort buchen/bezahlen. Während es in Ko Lanta einen kleinen Hafen gibt und man so leicht in das Speedboat kommt, gilt dies nicht für Ko Lipe. Dort ankert das Speedboat einige Hundert Meter vom Strand entfernt und die letzte Strecke muss mit einem kleinen Longboat zurückgelegt werden. Dabei ist ein Minimum an körperlicher Geschicklichkeit gefragt; außerdem müssen die Hosen/Röcke hochgekrempelt werden.

Noch eine Bemerkung zu den Speedboats: Man darf nicht klaustrophobisch sein. Es gibt kein Oberdeck, alle Passagiere sitzen in immerhin recht komfortablen Sesseln in einem Raum in etwa auf Höhe der Wasserlinie. Dort verharrt man während der ganzen Fahrt (ca. 5 Stunden). Es gibt eine Toilette an Bord, die nicht unbedingt funktioniert. Etwas Abenteuerlust schadet also nicht.

  

Ko Lipe ist quasi das Gegenprogramm zu Ko Lanta. Während es auf Ko Lanta eher gemächlich zugeht, ist Ko Lipe so was wie der Ballermann Südostasiens (das ist vielleicht etwas hart ausgedrückt …). Auf jeden Fall ist dort sehr viel los. Auch das Publikum unterscheidet sich stark: Auf Ko Lanta begegnet man vielen Familien mit kleinen Kindern, auf Ko Lipe überwiegt ein sehr viel jüngeres Publikum. Einen Urlaub wollte ich dort nicht unbedingt verbringen (aber ich bin ja auch schon über 70). Ich habe eine Nacht im Bella Vista Beach Resort verbracht; das Hotel war in Ordnung.

Langkawi

Nach einer Nacht in Ko Lipe ging es mit dem Speedboat nach Langkawi/Malaysia, wo es mir besonders gut gefallen hat. Das lag wohl auch daran, dass ich mit dem gemieteten Roller völlig unabhängig war und die Insel nach Gusto erkunden konnte.

  

Der einzige größere Ort in Langkawi ist Kuah, wo man mit dem Speedboat am Jetty ankommt. Ganz in der Nähe ist der Eagle Park mit der riesigen Statue eines Adlers, der Langkawi seinen Namen gab.

  

Eine der Hauptattraktionen ist zweifellos das Cable Car und die Sky Bridge im Norden der Insel. Wer mit dem Cable Car zur Sky Bridge hoch schwebt, sollte schwindelfrei sein, da die Kabinen des Cable Car recht transparent sind. Das Cable Car ist die steilste Seilbahn der Welt. Wer lange Schlangen vermeiden will, sollte sich ein Premium-Ticket/Fast Ticket für das Cable Car kaufen. Die Sky Bridge bietet einen fantastischen Ausblick auf die umliegenden Berge, den Regenwald und die Andamensee.

  

Es gibt mehrere Strände in Langkawi, nur einer davon hat mir gefallen. Der Pantai Cenang Beach ist sehr touristisch, nicht besonders attraktiv und – zumindest in der Hauptsaison – recht überlaufen. Von ganz anderem Kaliber ist Tanjung Rhu Beach im Norden der Insel. Ein echter Traumstrand, etwas abseits, nur wenige Besucher. Sehr schön soll auch Gunung Raya sein, der höchste Berg der Insel. Ich befand mich auf dem Weg dahin, drehte aber auf halber Höhe um, da ich Angst hatte, der Sprit geht mir aus. Tankstellen auf Langkawi sind ziemlich rar.

Nicht ganz so bekannt wie der Seven Wells Waterfall in der Nähe der Sky Bridge, aber unspektakulär, idyllisch und allemal einen Besuch wert ist der Durian Perangin Waterfall.

Ich war im Asia Hotel (nicht empfehlenswert) und im Bayview Hotel (empfehlenswert).

  

George Town/Penang

Mit dem Speedboat dauert es etwa drei Stunden von Langkawi nach George Town/Penang, das ebenfalls zum UNESCO Kulturerbe gehört.

  

Es gibt eine ganze Reihe von sehr schönen und sehr gut erhaltenen Gebäuden aus der Kolonialzeit.

   

In George Town herrscht eine recht entspannte Atmosphäre.

Ich war im Hotel Sentral (empfehlenswert) im Stadtzentrum.

Kuala Lumpur

Kuala Lumpur war für mich persönlich ein Reinfall. Ich kam abends mit dem Bus aus George Town an und es begann so stark zu regnen, dass ich das Hotel praktisch nicht verlassen konnte; ich habe es gerade mal in ein kleines Restaurant auf der gegenüberliegenden Straßenseite geschafft. Am nächsten Tag musste ich bereits am Vormittag den Bus nach Singapur nehmen. Außer Kuala Lumpur Sentral – dem Bahnhof – habe ich kaum was von KL gesehen.

Kosten

  • Flug mit Etihad von Frankfurt nach Singapur (mit Stopover in Abu Dhabi) € 600
    Da der Rückflug überbucht war, hat mich Eitihad bei der Lufthansa untergebracht. Ich kam so in den Genuss eines Direktflugs nach Frankfurt (ca. 12 Stunden), den ich überraschend gut überstanden habe.
  • Bus von Singapur nach Malakka und zurück € 35
  • Flug mit Tigerair von Singapur nach Krabi € 90
  • Taxi/Fähre von Krabi Airport nach Ko Lanta
    Nach Ankunft in Krabi am Taxi-Schalter im Flughafen buchen. € 70
  • Speedboat von Ko Lanta nach Ko Lipe mit Tigerline. € 40
  • Speedboat von Ko Lipe nach Langkawi mit Tigerline € 35
  • Speedboat von Langkawi nach Penang € 15
  • Bus von Penang nach Kuala Lumpur € 20
  • Bus von Kuala Lumpur nach Singapur € 20
  • Hotels
    Meist habe ich in preiswerten Hotels übernachtet. Im Schnitt habe ich zwischen € 40 und € 70 für Übernachtungen gezahlt, gelegentlich auch weniger. Manchmal war das Frühstück dabei, manchmal nicht. Zumindest in Städten ist dies kein Problem, weil es praktisch überall einen food stall gibt, wo man gut und preiswert (asiatisch) frühstücken kann.
  • Miete Roller
    In Langkawi habe ich mir am Jetty für 2 Tage einen 125er Roller gemietet (sehr empfehlenswert!). Das war unkompliziert und hat weniger als € 20 gekostet.

Transportkosten für die Reise ungefähr € 900.

Gesamtkosten für die Reise (mit Hotels und Verpflegung) ungefähr € 2600.

Infos

Ausrüstung

Gereist bin ich mit einem mittelgroßen Koffer (den ich in Singapur bei meiner Tochter abstellte), einer Tasche, die als Kabinengepäck durchging und auch als Rucksack genutzt werden kann sowie einem kleinen Tagesrucksack. Insgesamt hatte ich mit über 20 kg Gepäck viel zu viel dabei.

Die Tasche/der Rucksack war ganz praktisch und reichte für meine Touren gut aus. Nachteil: Sie hat keine Rollen und muss immer getragen werden. So wie ich unterwegs war, hätte es auch ein kleiner Rollkoffer (Kabinengepäck) getan. Ich war nur 2, 3 mal in Situationen, wo ich den Rollkoffer hätte tragen müssen.

Da ich usprünglich vor hatte, den Nationalpark Khao Sok zu besuchen, hatte ich mir eine rudimentäre „Tropenausrüstung“ (Hose, Hemd, Moskitonetz, Schlafsack) zugelegt, die ich letztlich nicht brauchte. Außerdem hatte ich zu viele lange Hosen und Hemden und zu wenig Shorts und T-Shirts dabei. Eine lange Hose braucht man(n) eigentlich nur für die Anreise zum Flughafen und den Flug sowie für Gelegenheiten, bei denen Shorts unpassend sind, oder als Schutz gegen die Sonne. Ansonsten reichen Shorts und T-Shirts (mit langem und kurzem Arm), ein langärmeliges Hemd und leichte Sandalen. Wer Ausflüge in den Regenwald oder in die Berge vorhat, sollte festes Schuhwerk dabei haben. Das hatte ich, gebraucht habe ich es allerdings nicht. Eine leicht zu verstauende Regenjacke ist zu empfehlen, ebenso wie ein warmes Hoodie und ein Halstuch (gegen die Plage der zu stark aufgedrehten Klimaanlagen). Außerdem nicht vergessen: Hut/Mütze gegen die Sonne.

Reichlich Sonnencreme mit einem hohe Lichtschutzfaktor und No-Bite oder Anti-Brumm gegen Insektenstiche sollten nicht fehlen (und können problemlos vor Ort gekauft werden).

Ich hatte eine gut ausgestattete Reiseapotheke dabei. Auch hier galt: ich habe zum Glück (fast) nichts davon gebraucht. Als mich wegen des Klimaanlagen-Problems eine Erkältung erwischte, war ich froh, Aspirin Complex gegen die Symptome dabei zu haben.

Insgesamt gilt nach meinen Erfahrungen: Sich nicht durch zahlreiche Tipps bezüglich der Ausrüstung im Netz verunsichern lassen. Eine Packliste erstellen, die Hälfte davon mitnehmen – das kommt hin. Und wenn man was vergessen hat: vor Ort nachkaufen.

Technik

Wichtigstes Utensil ist zweifellos ein Smartphone, am besten in Dual-SIM Ausführung. So kann die heimische SIM-Karte im Telefon bleiben und in den zweiten Steckplatz kommt eine preiswerte lokale SIM-Karte mit Datenvolumen, die es überall zu kaufen gibt. Einfach nach einer tourist card fragen. Und in die Geldbörse gehört unbedingt eine Büroklammer, damit man den Schacht für den Wechsel der SIM-Karte öffnen kann. Um gegen einen möglichen Verlust halbwegs gewappnet zu sein, hatte ich noch ein älteres Smartphone als Reserve dabei.

WLAN gibt es in allen Hotels und vielen Restaurants. Trotzdem rate ich zu einer lokalen SIM-Karte mit Datenvolumen. Ist man beispielsweise mit dem Mietroller unterwegs, kann man damit gut mit Hilfe von Google Maps navigieren und sich jederzeit Informationen aus dem Netz besorgen.

Für mich die wichtigsten Apps: Google Maps, booking, kayak, here wego (offline-Navigation, Karten vorher herunterladen), Google Trips, Reise + Geld, Sicher reisen, Evernote, BusOnline Ticket (Busse, Züge, Fähren buchen).

Über die Jahre ist Google Maps zum wohl nützlichsten Werkzeug für Reisende geworden. Öffentliche Verkehrsmittel, Öffnungszeiten von Geschäften, Museen usw., Restaurants in der Nähe – zumindest in größeren Städten stellt Google Maps all diese Informationen in Echtzeit zur Verfügung.

Meine Wertsachen trug ich in einer Bauchtasche (Pass, Girocard, Kreditkarte, Bargeldreserve) und im kleinen Tagesrucksack bei mir. Außerdem im Tagesrucksack: Regenjacke, Hoodie, Sonnencreme, Mütze, Smartphone(s).

Wer wie ich lediglich Singapur, Malaysia und Thailand besucht brauch keinen teuren Reise-Adapter. Entweder passt der europäische Stecker oder es reicht ein Adapter UK-Europa.

Geld

Ich hatte eine Girocard und Kreditkarten dabei. Es gab nirgends Probleme, damit Bargeld am ATM abzuheben. Die Gebühren sind allerdings recht hoch. Wer länger unterwegs ist, sollte sich vielleicht eine Kreditkarte besorgen, bei der die Bank keine Auslandsgebühren für Abhebungen berechnet. Im Internet werden oft die Kreditkarten von Santander und DKB empfohlen.

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